OC 600

 

Heute möchte ich über ein Projekt aus längst vergangene Tagen berichten. Meine Realschulabschlussarbeit aus dem Fach Technik. Einen Roboter den ich damals OC600 getauft habe. Mittlerweile habe ich leider vergessen für was die Bezeichnung steht.

Damals bestand der Technik-Unterricht im wesentlichen aus Vogelhäuschen bauen und Blinklicht-Schaltungen auf Nagelbretter löten. Mir hat das irgendwie nicht gereicht und ich habe begonnen mich mit Robotik zu beschäftigen. Da der Wissensstand meiner Leher damals leider bereits hinter dem meinen zurückgeblieben war, musste ich mir das meiste selber beibringen. Zum Glück gibt es Bücher und einen sehr geduldigen Papa. Die Abschlussprüfung bestand im wesentlichen aus staunenden Lehrern die 15 Minuten mit dem Robbi gespielt haben und mich dann mit einer 1.0 nach Hause geschickt haben. Man darf an dieser Stelle nicht vergessen: Es gab damals noch keine (education) Robbi-Bausätze wie sie heute üblich sind. (Lego Mindstorms kam auch erst etwa 3 Jahre später)

Aus heutiger Sicht erscheint mir das Projekt unglaublich trivial, aus der Sicht eines 15 Jährigen Realschülers, zu Zeiten in denen das Internet noch weitgehend anlog zu sein schien, ändert sich meine heutige Betrachtung auf mein eigenes Wirken ein wenig. Der OC600 Roboter hatte natürlich noch keinen Mikrocontroller an Bord. Diese waren damals unerschwinglich und ich hatte  keine Ahnung das es die Dinger überhaupt gibt. Die Steuerung erfolgte über ein, an den Parallelport angeschlossenes Kabel, über das auch die Energieversorgung erfolgte. Im Roboter selber war lediglich die Sensorik und Aktuatorik mit ihren jeweiligen Schaltungen zur Pegelanpassung versteckt. Die „Intelligenz“ kam von einem QBASIC Programm, welches überwiegen aus Spaghetti-Code bestand. Der Roboter konnte Wände mittels Bumper erkennen und dank seiner hell/dunkel Sensoren einer schwarzen Line auf weißem Grund folgen. Ein versehentliches abstürzen vom Tisch verhinderten Neigungssensoren mehr oder weniger zuverlässig.

Mein Erstlingswerk hat tatsächlich bis heute überlebt, auch wenn es mangels QBASIC tauglichen PCs heute nicht mehr ohne weiteres betriebsbereit ist. Auch hat das Plexiglasgehäuse über die Jahre etwas gelitten und es fehlt das Fahrwerk des Nachlaufrades. Trotzdem erfreue ich mich immer wider gerne an den Erinnerungen aus der Herstellungszeit meines ersten eigenen Roboters, dem noch einige folgen sollten.

 

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